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Pressemitteilung

25.05.2012: Tabletten zur HIV-Prävention?

brockmeyerPressemitteilung zur Diskussion um neue HIV-Präventionsstrategien
hier als PDF

 

Neue HIV und STI-Präventionsstrategien werden beim Jubiläumskongress der DSTIG vom 14.-16. Juni in Berlin diskutiert

PrEP – hiermit bezeichnen Fachleute die Prä-Expositionsprophylaxe zur Verminderung des Infektionsrisikos bei einer möglichen HIV-Infektion. Umstritten ist die Einnahme der HIV-Medikamente jedoch als reine Präventionsstrategie. Können wir wirklich gesunden Menschen die Medikamenteneinnahme empfehlen, um sich bei Risikokontakten vor einer eventuellen HIV-Infektion zu schützen?

Dieses und weitere Themen rund um sexuell übertragbare Infektionskrankheiten (STI) werden beim Jubiläumskongress der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) kontrovers diskutiert. Zum Thema PrEP wird beispielsweise Professor Molina aus Paris referieren, und auf die Folgen einer medikamentösen HIV-Prävention eingehen. Fraglich ist beispielsweise, wie schützt das HIV-Medikament „Truvada“ bei sexuellem Kontakt mit einem HIV-positiven Partner schützt, dessen HI-Viren gegen Truvada resistent sind. Unklar ist auch, ob die Leitlinien für die Post-Expositionsprophylaxe nun auch auf eine zweifach anstatt dreifach Wirkstoffkombination zu ändern sind.

„Nicht nur aufgrund der hohen Kosten, die bei monatlich ca. 800 Euro liegen, können wir diese Strategie nicht empfehlen“, erklärt Prof. Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft von der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum, „auch besteht neben dem Risiko der Nebenwirkungen bei regelmäßiger Einnahme auch die Gefahr, bereits Resistenzen zu entwickeln, sodass im Falle einer HIV-Infektion später weniger Therapieoptionen bestehen“.

Beim STI-Kongress in Berlin stehen alle sexuell übertragbaren Infektionen im Fokus: Nicht nur aus der klinischen Perspektive, sondern auch im Kontext sozialwissenschaftlicher und epidemiologischer Aspekte wird über STI und die sexuelle Gesundheit diskutiert. Erstmals finden hier auch die Themen „Sexarbeit“ und „Sexualpädagogik“ Raum. „Die Förderung der sexuellen Gesundheit aus einem ganzheitlichen und fachübergreifenden Blickwinkel – das ist Ziel und Aufgabe dieses Jubiläumskongresses und unserer Fachgesellschaft, der DSTIG“, so Brockmeyer.

 

Weitere Informationen zum Jubiläumskongress der DSTIG

www.sti-kongress2012.de

 

Prof. Dr. N.H. Brockmeyer

Direktor Forschung und Lehre

Leiter Zentrum fĂĽr Sexuelle Gesundheit

Klinik fĂĽr Dermatologie, Venerologie und Allergologie

der Ruhr-Universität

Sprecher KompNet HIV/AIDS

Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG)

Gudrunstr. 56 44791 Bochum

Tel.: 0234-509 3471,Fax: 0234-509 3472

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Regulationsmechanismen der Erregerabwehr – Neue Perspektiven antimikrobieller Therapie?

Wir laden Sie herzlich zum Leopoldina-Symposium ein:

leopoldina-logo

 

Ein Symposium der Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaft

Termin: MITTWOCH, 13. JUNI 2012
Uhrzeit: 13.00 – 20.15 UHR
Ort: BĂ„RENSAAL IM ALTEN STADTHAUS, BERLIN

 

Den Eröffnungsvortrag wird Prof. Dr. Sheila Lukehart (Harborview Medical Center, Seattle halten. Weitere Referenten sind u.a. Prof. Dr. Ingo Nindl (Berlin), PD Dr. Georg Stary (Harvard University, Boston), Dr. Kamran Ghoreschi (Tübingen), PD Dr. Barbara Schmidt (Erlangen), Dr. Mario Fabri (Köln), Dr. Dagmar Heuer (Berlin), Dr. Anja Potthoff (Bochum) sowie Dr. Christina Schellenbacher (Wien).


Der öffentliche Vortrag zur Frage „Die Pocken sind ausgerottet – Wie kann AIDS ausgerottet werden?“ schließt sich ab 19.00 Uhr an das Tagungsprogramm an.

Referent: Norbert H. Brockmeyer (Bochum)

 

leopoldina-symposium

HIER können Sie das gesamte Symposiumsprogramm herunterladen.


Einlass: 12.30 Uhr   Beginn: 13.00 Uhr  
Ende der Veranstaltung: 20.15 Uhr mit anschlieĂźendem Get-together

 

Der Eintritt ist kostenlos.


Der Veranstaltungsort: Bärensaal im Alten Stadthaus

Adresse: Altes Stadthaus, KlosterstraĂźe 47 in 10179 Berlin-Mitte

LINK zu Google Maps (Kartenausschnitt)

 

 

Votum zur „Prävention von HIV mit antiretroviralen Medikamenten“ verabschiedet

nab mitglieder
Der Nationale AIDS-Beirat hat auf seiner letzten Sitzung am 1. März 2012 ein Votum zur „Prävention von HIV mit antiretroviralen Medikamenten“ beschlossen, das am 04. April vom BMG veröffentlicht wurde. Den Originaltext finden Sie hier.


Der Nationale AIDS-Beirat wurde im Frühjahr 1987 auf Grundlage der Koalitionsvereinbarung der 11. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages geschaffen. Als Beratungsgremium des Bundesministeriums für Gesundheit begleitet er seitdem die Politik der Bundesregierung zur Bekämpfung von HIV und AIDS. Mit seinen Stellungnahmen insbesondere zu neuen oder kontrovers diskutierten Fragestellungen gibt er eine wichtige Unterstützung bei der Gestaltung und Umsetzung einer fachlich fundierten und wirksamen Strategie.


Weitere Informationen ĂĽber den Nationalen AIDS-Beirat und aktuelle Statements finden Sie unter http://www.bmg.bund.de/glossarbegriffe/a/nationaler-aids-beirat.html


Einreichungsfrist bis 23. Mai verlängert!

Weiterhin sind Einreichungen möglich, wir freuen uns auf Ihre Bewerbung:detlef-petzoldt-preis

 

Die Deutsche STI-Gesellschaft schreibt 2012 den Detlef-Petzoldt-Preis für wissenschaftliche Originalarbeiten experimenteller, klinischer, sozialwissenschaftlicher Ausrichtung auf dem Gebiet der Prävention sexuell übertragbarer Infektionen (STI) und der sexuellen Gesundheit aus.

Wissenschaftliche Publikationen zu folgenden Themen

-          Prävention sexuell ĂĽbertragbarer Infektionen

-          STI-Gesundheitsförderung

-          STI-Forschung und sexuellen Gesundheitsforschung

-          STI-Therapie, -Diagnose oder -Behandlung

können bis zum 23. Mai 2012 an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. eingereicht werden.

 

Der Detlef-Petzoldt-Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird beim STI-Jubiläumskongress (14.-16- Juni 2012) in Berlin verliehen.

Bewerben können sich Wissenschaftler/innen aus dem medizinischen Bereich, aus dem öffentlichen Gesundheitswesen, den Sozialwissenschaften oder anderen relevanten Fachrichtungen, die sich mit Themen der sexuellen Gesundheit befassen.

 

Weitere Informationen finden Sie HIER

Neue mach’s mit-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen

(Pressemitteilung der BZgA)
Berlin und Köln, 27. März 2012. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat heute in Berlin eine neue Kampagne zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (sexually transmitted infections, STI) vorgestellt. Mit der Aufforderung „mach’s mit - Wissen & Kondom“ will die neue Präventionskampagne Menschen weiterhin motivieren, sich mit Kondomen vor einer HIV-Infektion zu schützen und sich zugleich noch stärker als bislang über Ansteckungswege und Symptome anderer STI zu informieren. Denn die Forschung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass STI, wie beispielsweise Syphilis, Tripper und Chlamydien, das Risiko einer HIV-Infektion erhöhen.

„Die nationale AIDS-Aufklärungskampagne "Gib AIDS keine Chance" hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland seit 2007 zurückgeht“, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr anlässlich der Auftaktveranstaltung. „Doch auf diesen Erfolgen dürfen wir uns nicht ausruhen, denn HIV ist noch immer nicht heilbar. Die Prävention ist und bleibt deshalb ein zentrales Thema auf unserer gesundheitspolitischen Agenda. Erfolgreiche Prävention muss sich ständig weiterentwickeln und neuen Gegebenheiten anpassen. Deshalb ist es wichtig, dass die seit Jahren gesetzte Präventionsbotschaft „Kondome schützen“ durch die Aufklärung über STI erweitert wird. Unser Ziel muss es auch in Zukunft sein, das notwendige Wissen zu vermitteln um das Risikobewusstsein zu schärfen und die Menschen zum Handeln zu motivieren, damit die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland weiter sinkt.“

„Sexuell übertragbare Infektionen sind ein bedeutendes Thema für die AIDS-Prävention. STI steigern das Risiko einer HIV-Infektion um das zwei- bis zehnfache, erhöhen die Infektiosität von Menschen mit HIV und können unbehandelt gravierende gesundheitliche Spätfolgen für die Betroffenen nach sich ziehen“, erklärte BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott. „Kondome schützen vor HIV, bei einigen STI aber bieten sie keinen ausreichenden Schutz. Zu Safer Sex gehört daher neben dem Kondom auch das Wissen über STI, über Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten.“ Zugleich ist der Bedarf an Informationen über STI in der Bevölkerung hoch. Wie aus der aktuellen BZgA-Studie „Aids im öffentlichen Bewusstsein“ hervorgeht, möchten 57 Prozent der 16- bis 44-jährigen Alleinlebenden mehr Informationen dazu erhalten. Die neue Kampagne spricht neben der Allgemeinbevölkerung auch spezifische Zielgruppen an. Hierzu gehören etwa Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), da in dieser Gruppe die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland am höchsten ist. Ebenso werden Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen und beispielsweise für die in dieser Gruppe häufig vorkommenden Chlamydieninfektionen sensibilisiert.

Zum ersten Mal zeigt „mach’s mit“ bei der neuen Kampagne Menschen mit ihren individuellen Vorstellungen von Sexualität. Mit selbstbewussten Statements wie „Ich will’s romantisch“ oder „Ich will’s spontan“ zeigt die Kampagne verschiedene Charaktere. Von Jung bis Alt repräsentieren sie Personen aus dem Alltag. Das Spannungsverhältnis von Text und Bild, das alle Motive prägt, macht neugierig und lenkt die Aufmerksamkeit unmittelbar auf das Thema HIV/STI-Prävention. Die Vielfalt der Motive und die offene, selbstbewusste Haltung der Charaktere wirken dabei einer Tabuisierung von HIV und STI und einer Stigmatisierung von Betroffenen entgegen.

 

Angeklickt:

http://www.machsmit.de

http://www.bzga.de/presse/pressemotive/aidsaufklaerung/

 

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Hintergrund
Die mach’s mit-Kampagne wird unter dem Dach von GIB AIDS KEINE CHANCE von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung umgesetzt. Sie ist das bekannteste Element der nationalen Strategie gegen die Ausbreitung von HIV. Über 90 Prozent der Bundesbürger kennen Logo und Motive der Kampagne.