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DSTIG Positionspapier zur Sexarbeit

Warum ein Statement der DSTIG zur gesetzlichen Regelung der Prostitution?

 

Auch wenn in der letzten Legislaturperiode des Bundestages das „Gesetz zur BekĂ€mpfung des Menschenhandels und Überwachung von ProstitutionsstĂ€tten“, nicht mehr verabschiedet wurde, geht die politische und gesellschaftliche Diskussion zum Thema Prostitution weiter. Neue Gesetzesvorhaben, z.B. zur Regelung des Betriebes von ProstitutionsstĂ€tten, sind zu erwarten.

Die DSTIG ist eine Fachgesellschaft, in der sich Fachleute aller relevanten Disziplinen der Praxis, Forschung und Wissenschaft der Förderung der sexuellen Gesundheit widmen.

Die vielfĂ€ltige interdisziplinĂ€re Expertise der DSTIG bringt gesundheitspolitische Aspekte in die Debatte ein und kann dazu beitragen, diese zu versachlichen. 

 

Zum Download die Positionierung der DSTIG HIER als PDF

 

 

Position

AnlÀsslich ihres Fachtages zur sexuellen Gesundheit am 8. und 9. November 2013 in Köln erklÀrt die Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG):

Um die sexuelle Gesundheit zu fördern, brauchen Menschen in der Sexarbeit in Deutschland

-          rechtliche Sicherheit sowie

-          gesellschaftliche Akzeptanz.

Aus Sicht der DSTIG mangelt es bislang an der praktischen Umsetzung der fĂŒr Sexarbeit relevanten Gesetze: des Infektionsschutzgesetzes und des Prostitutionsgesetzes.

Beide Gesetze bieten die Voraussetzungen fĂŒr ganzheitliche und sowohl infektions-epidemiologisch als auch strafrechtlich zeitgemĂ€ĂŸe Angebote, die die sexuelle Gesundheit im Zusammenhang mit Sexarbeit fördern. Ihre Umsetzung muss dem heutigen Stand der fachlichen Erkenntnisse folgen. Sie darf nicht allein den lokalen politischen Schwerpunkten oder den finanziellen Möglichkeiten einzelner Kommunen ĂŒberlassen bleiben.

Strafbarkeit von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Vergewaltigung gilt in der Sexarbeit ebenso wie in jedem anderen gesellschaftlichen Zusammenhang. Hier bedarf es keiner weiteren gesetzlichen Regelung fĂŒr die Sexarbeit.

Die DSTIG betont:

Um die notwendige gesellschaftliche Akzeptanz sowie die soziale Gleichstellung von Sexarbeiter_innen zu erreichen, sind auch im gesundheitlichen Bereich spezifische Angebote erforderlich.

Von zentraler Bedeutung ist der Zugang zu gesundheitlicher Versorgung fĂŒr alle Akteur_innen in der Sexarbeit (Anbietende und Nachfragende). Dieser muss anonym und ggf. unabhĂ€ngig vom Versicherungsschutz möglich sein, d.h. bei Bedarf auch steuerfinanziert. FĂŒr einige Bereiche der Sexarbeit muss dieser Zugang durch kontinuierliche aufsuchende Arbeit unterstĂŒtzt werden.

Pflichtuntersuchungen

-          dienen weder der Gesundheit des Individuums noch der Gesellschaft

-          beeintrĂ€chtigen die Förderung der sexuellen Gesundheit

-          sind grundgesetzwidrig und verletzen die WĂŒrde der Menschen

-          erfĂŒllen den Tatbestand der Körperverletzung

-          verhindern weder Menschenhandel noch sexuelle Ausbeutung.

Die DSTIG weist darauf hin, dass die Erfahrungen mit dem Thema HIV den Weg fĂŒr die Förderung sexueller Gesundheit auch in der Sexarbeit weisen.

Akzeptanz und Fachlichkeit

Sexarbeiter_innen benötigen Angebote zur Gesundheitsförderung, in denen Akzeptanz mit Fachlichkeit verbunden ist. Neben der medizinischen und der beraterischen Kompetenz muss spezifisches Know-how insbesondere zur Epidemiologie von STI und zu den vielfĂ€ltigen Formen von SexualitĂ€t vorhanden sein. Um wirksam werden zu können, mĂŒssen Angebote außerdem die hohe MobilitĂ€t und die begrenzten Ressourcen vieler Sexarbeiter_innen berĂŒcksichtigen (z. B. durch Sprach- und Integrationsmittler_innen sowie durch kostenlose Angebote fĂŒr nicht-versicherte BedĂŒrftige).

Kooperation von ÖGD und NGOs

Public Health erwĂ€chst aus qualifizierten Strukturen. Strategien gegen STI und zur Förderung der sexuellen Gesundheit sind umso erfolgreicher, je enger sie in Kooperation von staatlichen Stellen mit den betroffenen oder bedrohten Menschen entwickelt werden. Die Ausstattung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) mit allen nötigen Ressourcen (finanziell, strukturell, personell) ist daher ebenso erforderlich wie die Anerkennung der zivilgesellschaftlichen Organisationen (Nichtregierungsorganisationen – NGO), wie Fachberatungsstellen fĂŒr Prostituierte in unterschiedlicher TrĂ€gerschaft und andere.

 

30 Jahre Deutsche Aidshilfe

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Zum JubilÀum gratuliert die Deutsche STI-Gesellschaft herzlich!

 

Die erfolgreiche PrĂ€ventionsarbeit hat nicht nur auf nationaler sondern auch auf internationaler Ebene die Weichen zur Durchsetzung des zivilgesellschaftlichen Ansatzes FÜR PrĂ€vention und GEGEN Sitigmatisierung und Diskriminierung gelegt.

Im Namen des Vorstandes und unserer Mitglieder gratulieren und danken wir der Deutschen Aidshilfe fĂŒr das kontinuierliche Engagement und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

Einladung zur DSTIG Mitgliederversammlung am 06.09.2013

Am Freitag, den 6. September 2013 findet im Rahmen der DAGNÄ-Tagung in Köln die DSTIG-Mitgliederversammlung statt, zu der wir Sie herzlich einladen!

Termin: Freitag, 6. September 2013

Uhrzeit: 10-11 Uhr

Ort: Radisson Blu Hotel, Messekreisel 3, 50679 Köln

Raum: Colloquium II+III

 

Das Programm zur DAGNÄ-Tagung mit Hinweisen zu den Veranstaltungen und zur Anfahrt finden Sie hier online:

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an der Mitgliederversammlung!

Pressemitteilung, 4. Sept. 2013

Welttag der sexuellen Gesundheit: „Noch viel zu tun“

Zum vierten Mal findet am 4. September der Welttag der sexuellen Gesundheit statt. Die World Association for Sexual Health (WAS) hat ihn 2010 begrĂŒndet. Unter dem diesjĂ€hrigen Motto „To achieve sexual health, picture yourself owning your sexual rights” werden weltweit Aktionen zur Förderung der sexuellen Gesundheit veranstaltet. Der Fokus liegt dabei auf dem Thema „sexuelle Rechte“, ohne die sexuelle Gesundheit nicht vorstellbar ist.

„In Deutschland haben wir, was das Thema sexuelle Gesundheit angeht, noch viel zu tun“ sagt Professor Norbert Brockmeyer, der an der Bochumer Uniklinik das Zentrum fĂŒr sexuelle Gesundheit leitet. „Es gibt zwar bereits medizinische, therapeutische und Beratungs-Angebote, doch eine umfassende und ganzheitliche Versorgung findet bislang kaum statt“.

 

Sexuelle Rechte – fĂŒr Alle!

Ein wichtiges Ziel, auf das der Welttag zur sexuellen Gesundheit aufmerksam macht, ist die Wahrung von sexuellen Rechten, und das weltweit. Dies gilt zum Beispiel fĂŒr Homosexuelle, die in vielen LĂ€ndern wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden und die sich deshalb nicht ausreichend vor HIV und anderen sexuell ĂŒbertragbaren Infektionen (STI) schĂŒtzen können. Das gilt auch fĂŒr die Frauen, die ĂŒber ihre SexualitĂ€t nicht selbst bestimmen können, sondern Opfer von sexualisierter Gewalt werden – wie es die Medien zuletzt am Beispiel von Indien zeigten.

„Auch in Deutschland sind sexuelle Rechte noch nicht fĂŒr alle Menschen verwirklicht“, erklĂ€rt Brockmeyer, der als PrĂ€sident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) darauf hinweist, dass die Versorgung von Menschen mit sexuell ĂŒbertragbaren Infektionen vielerorts lĂŒckenhaft ist. Das Katholische Klinikum Bochum, die DSTIG und die GemeinnĂŒtzige Stiftung SexualitĂ€t und Gesundheit (GSSG) begrĂŒĂŸen es anlĂ€sslich des Aktionstages, dass Ärztinnen und Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen kĂŒnftig besser zum Thema sexuelle Gesundheit ausgebildet werden sollen.

 

Sexuelle Gesundheit – auch in der Sexarbeit!

Der Zugang zu medizinischer Versorgung und Beratung ist insbesondere fĂŒr Menschen, die in der Sexarbeit, zum Beispiel als Prostituierte arbeiten, erschwert. Vor welchem rechtlichen Hintergrund hier agiert werden muss und welche Herausforderungen es zu bewĂ€ltigen gilt, wird im Rahmen des Fachtages zur Sexarbeit und STI-Forschung diskutiert, der am 8. und 9. November in Köln stattfindet. An zwei Tagen werden wissenschaftliche Aspekte und praktisches Wissen zur Sexarbeit und STI-Forschung vermittelt. Die Anmeldung ist online möglich: http://dstig.de/kongresse/dstig-special-2013.html.

Links:

www.dstig.de

www.stiftung-gssg.org

http://josef-hospital.klinikum-bochum.de/

 

postkarte_welttag sex.gesundheit 4.sept

 

Kontakt:

Prof. Dr. N.H. Brockmeyer

PrÀsident der DSTIG

Dermatologische Klinik der Ruhr-UniversitÀt

Tel. 0234-5093471

E-Mail: n.brockmeyer[at]derma.de

Erfolgreicher STI-Weltkongress in Wien

Eine Kongressbetrachtung von Harriet Langanke fĂŒr die DSTIG finden Sie  HIER als PDF .

 

Am Sonntag, 14.07. wurde der STI&AIDS Weltkongress in Wien mit einer grandio

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sen Erföffnungsfeier, bei der Prof. Anthony Fauci einen Plenarvortrag hielt, eröffnet. Das musikalische Programm reichte von Operette bis zu Monty Pythons "Medical Love Song". Über drei weitere Kongresstage erstreckte sich das wissenschaftliche Programm in der Wiener Hofburg.

Ein großes Lob gebĂŒhrt den KongressorganisatorInnen Prof. Angelika Stary, Prof. Raj Patel, Prof. Thomas Quinn und Dr. Claudia Heller-Vitouch, die einen hervorragenden Kongressauftakt und ein exzellentes wissenschaftliches Programm zusammengestellt haben. Die VortrĂ€ge, die in den Plenary Sessions gehalten wurden, sind aufgezeichnet und werden in KĂŒrze online gestellt.

 

Im Vorprogramm organisierte die DSTIG gmeinsam mit der Österreichischen STD-Gesellschaft ein "Joint-Symposium". Das Programm des Symposiums finden Sie HIER als PDF .

DarĂŒber hinaus war die DSTIG mit Postern beim Kongress vertreten:

 

Poster der DSTIG

  • Abebe S, Bekele E, Adem A, Adama Y, Brockmeyer NH, Skaletz-Rorowski A, Coenenberg J, Potthoff A. Incidence and predictors HIV-related opportunistic infections after initiation of HAART hier als PDF zum Download
  • Buder S, Cole M, Ison CA, Kohl P. Neisseria gonorrhoeae: Situation of Antibiotic Resistance in Germany hier als PDF zum Download
  • Bremer V, Brockmeyer NH, Langanke H, Coenenberg J. "Mission is possible - The German STI-Society as a Pacemaker for Sexual Health" hier als PDF zum Download
  • Hagedorn HJ, Kraminer-Hagedorn A, Kuttner-May S, Nitschke H, Lucht A, MĂŒnstermann D, Brockmeyer NH. Study on the performance of the DetermineTM Syphilis TP rapid test hier als PDF zum Download
  • Jansen K, Bremer V, von RĂŒden U, Steffan E, Nitschke H. Sexual health in Germany Using indicators as an instrument to describe, plan and evaluate A catalogue of indicators of the German STI Society hier als PDF zum Download
  • Jansen K, Bremer V, Steffen G, Sarma N, MĂŒnstermann D, Lucht A, Tiemann C. Prevalence of genital infections with Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhea and Trichomonas vaginalisin hard‐to‐reach sex workers in Germany: The STI‐Outreach Study  hier als PDF zum Download
  • Lucht A, Kuttner-May S, MĂŒnstermann D, Hagedorn HJ. Syphilis testing in the public health setting in North Rhine-Westphalia, 2011-2012 hier als PDF zum Download
  • Lucht A, MĂŒnstermann D, Hagedorn HJ, Tiemann C, Kuttner-May S. Rapid HIV testing in the public health settingin North Rhine-Westphalia, 2011-2012 hier als PDF zum Download
  • Michalik C, Jansen K, Haastert B, Dupke S, Esser S, Plettenberg A, Köppe S, Guignard A, Skaletz-Rorowski A, Brockmeyer NH. Incidence and risk factors of Herpes zoster among HIV-positive patients in the cohort of the German Competence Network for HIV/AIDShier als PDF zum Download
  • Nitschke H, Oliveira F, Wolff A, Bunte A. 10 Years of Experience: Comprehensive Sexual Health Care for Female Sex Workers (FSW) in Cologne  hier als PDF zum Download
  • Scheitz RE, Esser s, Brockmeyer NH, Moll A, Dupke S, Rausch M, Rasokat H, Scholten S, Michalik C, Potthoff A. Kaposi`s sarcoma patient profile in the cohort of the GermanCompetence Network HIV / AIDS hier als PDF zum Download
  • Steffan E. et al: Vulnerability of sex workers (SWS) and their particular needs for HIV/STI prevention, diagnosis, and treatment: Bordernetwork research findings and recommendations for comprehensive sexual health response  hier als PDF zum Download

 

 

poster

 

Eckdaten zum Kongress:

Zum vierten Mal wurde dieser Kongress als Joint-Meeting der "International Society for Sexually Transmitted Diseases Research (ISSTDR)" und der "International Union against Sexually Transmitted Infections (IUSTI)" abgehalten. Weltweit ist dies die grĂ¶ĂŸte Veranstaltung, die sich sowohl mit der Problematik „sexuell ĂŒbertragbare Infektionen“ als auch „AIDS“ befasst. Etwa 1500 TeilnehmerInnen aus mehr als 100 LĂ€ndern nahmen am Kongress unter dem Motto “Threatening Past—Promising Future”  teil.

Es gab 13 Plenary Lectures und 16 Symposien, ĂŒber 1300 Abstracts wurden eingereicht, von denen ausgewĂ€hlte als VortrĂ€ge oder Poster prĂ€sentiert wurden.

 

iusti vienna