Deutsche STI-Gesellschaft

Aktuelles und Presse

23. Oktober 2023

S2k-Leitlinie Bakterielle Vaginose

Im Juni 2023 wurde die aktualisierte S2k-Leitlinie Bakterielle Vaginose (BV) bei der AWMF veröffentlicht. Die Überarbeitung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) initiiert und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachgesellschaften, unter anderem der DSTIG, durchgeführt. Die BV ist ein Syndrom unterschiedlicher, teils multifaktorieller Genese, bei dem es zu einer Störung des vaginalen Milieus kommt. Das Krankheitsbild ist von großer Relevanz für die Frauengesundheit: Es ist weltweit die am häufigsten auftretende urogenitale Störung bei sexuell aktiven Frauen und geht mit einem erhöhten Risiko für gynäkologische Komplikationen, Schwangerschaftskomplikationen und die Übertragung sexuell übertragbarer Infektionen einher. Die aktualisierte Leitlinie fasst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen und richtet sich mit den in ihr enthaltenen Empfehlungen an Ärzt*innen verschiedener Fachrichtungen, die in die Versorgung der Betroffenen involviert sind. Obwohl die Leitlinie in fachlicher Sprache verfasst ist, bietet sie auch für Betroffene eine wertvolle Informationsquelle.

S2k-Leitlinie Bakterielle Vaginose (2023) (https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-028)

5. September 2023

ZDFheute: »Sexuell übertragbare Infektionen – „Pille danach“ gegen Geschlechtskrankheiten«

Sexuell übertragbare Krankheiten sind auch in Deutschland verbreitet. Ein Antibiotikum, das man nach dem Sex einnimmt, soll Infektionen verhindern. Was man wissen muss.

Jeder Mensch kann in Kontakt mit sexuell übertragbaren Infektionen, kurz STI für sexually transmitted infection, kommen. In Deutschland steigen vor allem Fälle von ChlamydienSyphilis und Gonorrhö. So waren es zuletzt etwa 300.000 Chlamydien-Infektionen pro Jahr, sagt Norbert Brockmeyer, Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft.

Den gesamten Beitrag finden Sie hier.

20. Juli 2023

SZ-Magazin: »Die Syphilis-Fälle nehmen in Deutschland kontinuierlich zu«

SZ-Magazin: Herr Brockmeyer, Sie klären seit mehr als vierzig Jahren über Geschlechtskrankheiten auf, für Ihren Einsatz gegen HIV haben Sie das Bundesverdienstkreuz erhalten. Zunächst einmal wollen wir mir Ihnen eine Begriffsverwirrung klären. Sind Geschlechtskrankheiten und »sexuell übertragbare Krankheiten« dasselbe?

Norbert Brockmeyer: Als Geschlechtskrankheiten im engeren Sinn galten ursprünglich einige wenige Infektionen: unter anderem die Syphilis, die Gonorrhö, auch Tripper genannt, und bestimmte Erkrankungen, die durch Chlamydien ausgelöst wurden. Später wurde der Begriff ausgeweitet, weil man gesehen hat, dass andere Erreger auch sexuell übertragen werden: HIV, Hepatitis und Herpes zum Beispiel. Nun gilt ein ganzes Konvolut an Infektionen als STI, also als sexuell übertragbare Infektionen, vom Englischen Sexually Transmitted Infections.

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18. Juli 2023

Antibiotische STI-Prophylaxe mit Doxycyclin: Stellungnahme der DSTIG zur „Doxy-PEP“ und „Doxy-PrEP“

Seit etwa 20 Jahren steigt die Inzidenz der Syphilis, insbesondere unter Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Vor dem Hintergrund nimmt die Nachfrage und Studienlage bezüglich des präventiven Einsatzes des Antibiotikums Doxycyclin zu, um Syphilisinfektionen und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) zu vermeiden (Doxy-PEP, Doxy-PrEP).

Der individuelle Nutzen der antibiotischen STI-Prophylaxe zur Reduktion des Risikos für Syphilis- und Chlamydieninfektionen ist in mehreren randomisierten kontrollierten Studien für MSM und trans Frauen mit HIV-PrEP-Gebrauch oder mit bekannter HIV-Infektion eindrücklich belegt. Weitestgehend unklar sind bislang jedoch unter anderem die möglichen Auswirkungen einer breiten Implementierung der präventiven Einnahme von Doxycyclin auf Tetrazyklin-Resistenzen bakterieller STI, bakterieller Pathogene aus dem nicht-STI-Spektrum und der Bakterien des Mikrobioms. 

In diesem Spannungsfeld hat die DSTIG eine Stellungnahme erarbeitet, in der spezifische Empfehlungen zu möglichen Indikationen, Kriterien und Anlässen für den Einsatz von Doxycyclin zur Prävention von STI gegeben werden. Die Empfehlungen basieren auf der aktuell vorliegenden Studienlage und der Einschätzung von Expert:innen.

Lesen Sie die ausführliche Stellungnahme hier.